Manchmal begegnen sich in einem Konflikt zwei Kindheiten - die des Kindes und unsere eigene

Dein Kind sagt oder tut etwas und plötzlich merkst du, wie stark es dich trifft.
Vielleicht wirst du ärgerlicher, als du eigentlich sein möchtest. Vielleicht ziehst du dich zurück, fühlst dich hilflos oder versuchst, die Situation sofort wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Und später fragst du dich: Warum hat mich das gerade so berührt?
Manchmal liegt die Antwort weniger in dem, was gerade passiert ist, sondern in dem, was diese Situation in uns berührt hat.
Genau dort liegen oft unsere Schlüsselmomente.
Ein Schlüsselmoment ist eine Erfahrung, die für ein Kind eine besondere innere Bedeutung bekommen hat.
Dabei muss von außen betrachtet gar nichts Dramatisches passiert sein. Entscheidend ist, wie das Kind diesen Moment erlebt hat.
Vielleicht fühlte es sich plötzlich allein, überfordert, machtlos oder nicht gesehen. Vielleicht fehlte Orientierung oder die Möglichkeit, sich frei auszudrücken.
Solche Erfahrungen können sich tief einprägen. Später genügt manchmal eine ähnliche Situation, ein bestimmter Tonfall, ein Blick oder ein Verhalten und das alte Erleben wird wieder berührt.
Wir reagieren dann auf das Heute und gleichzeitig auf etwas, das viel älter ist.
In jedem Kind gibt es grundlegende innere Bedürfnisse, die prägen, wie es sich selbst und seine Umwelt erlebt.
Vier Räume sind dabei besonders wichtig: Sicherheit, Orientierung, Freiheit und Gesehen sein.
Was wir in diesen Bereichen erleben, kann sich tief einprägen und beeinflussen, wie wir später fühlen, reagieren und Beziehungen gestalten.

Das Kind klammert, möchte immer wieder wissen, ob Mama oder Papa da bleibt, oder reagiert stark auf Veränderungen.
Für den Erwachsenen kann das schnell anstrengend wirken. Dahinter kann jedoch ein tiefes Bedürfnis nach Sicherheit und Verlässlichkeit stehen.
Die Frage dahinter: Kann ich mich sicher fühlen und darauf vertrauen, dass jemand für mich da ist?

Das Kind diskutiert Regeln, testet Grenzen oder fragt immer wieder nach, was als Nächstes passiert.
Was wie Widerstand oder Provokation wirken kann, kann auch der Versuch sein, Orientierung und einen verlässlichen Rahmen zu finden.
Die Frage dahinter: Gibt es jemanden, der mir Halt und Klarheit gibt?

Das Kind will selbst entscheiden, widerspricht, möchte Dinge auf seine Weise machen und reagiert heftig auf Einschränkungen.
Genau dieses Verhalten kann einen Erwachsenen besonders triggern, wenn er selbst früh gelernt hat, sich anzupassen oder zu funktionieren.
Die Frage dahinter: Darf ich ich selbst sein, ausprobieren und meinen eigenen Weg entdecken?

Das Kind erzählt zum fünften Mal dieselbe Geschichte, unterbricht Gespräche, wird laut oder fordert ständig Aufmerksamkeit.
Hinter diesem Verhalten kann ein starkes Bedürfnis liegen, wahrgenommen und mit den eigenen Gefühlen ernst genommen zu werden.
Die Frage dahinter: Siehst du mich wirklich mit dem, was gerade in mir passiert?
Besonders spannend wird es dort, wo der Raum, den das Kind gerade einfordert,
auf einen eigenen Schlüsselmoment der Eltern trifft
Viele dieser frühen Erfahrungen verschwinden nicht einfach, nur weil wir erwachsen werden. Sie können sich später in ganz alltäglichen Situationen wieder zeigen.
Der Auslöser liegt im Heute.
Die Intensität der Reaktion kann jedoch aus einer viel früheren Erfahrung kommen.
Genau hier wird ein Schlüsselmoment sichtbar.
Es geht dabei nicht darum, in der Vergangenheit nach Schuldigen zu suchen, sondern darum zu erkennen, welche Erfahrung in dir bis heute weiterwirkt und was du damals daraus über dich, andere Menschen oder das Leben gelernt hast.
Denn was einmal eine sinnvolle Reaktion auf eine bestimmte Situation war, kann Jahre später noch automatisch ablaufen, obwohl dein Leben heute ein anderes ist.
Wenn du erkennst, was hinter deiner Reaktion liegt, entstehen wieder neue Wahlmöglichkeiten.
Die Schlüsselmomente Pädagogik wurde von Ingo Schröder entwickelt. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welche prägenden Erfahrungen hinter unseren heutigen Reaktionen und Verhaltensweisen stehen können.
Im Mittelpunkt steht das Erkennen jener prägenden Erfahrungen, die unser Erleben, unsere Reaktionen und unser Verhalten bis heute beeinflussen können.
Die Inhalte der Schlüsselmomente Datenbank wurden von Ingo Schröder erarbeitet und von Jürgen Bergauer in energetisch.fit integriert.
Dadurch steht uns heute eine strukturierte Möglichkeit zur Verfügung, persönliche Schlüsselmomente und die damit verbundenen Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Ein herzliches Dankeschön an Ingo und Jürgen! Es ist so etwas großartiges und heilsames entstanden, das ich sehr gerne in die Welt bringe.
Manche Reaktionen begleiten uns schon so lange, dass sie sich ganz selbstverständlich anfühlen. Erst wenn wir erkennen, wo sie entstanden sind und was sie einmal für uns bedeutet haben, beginnen wir sie wirklich zu verstehen.
Welche Schlüsselmomente wirken in deinem Leben bis heute weiter?
FÜR DICH PERSÖNLICH
DU ARBEITEST MIT MENSCHEN?
Du bist Coach, Pädagoge, Lehrer, Erzieher oder begleitest Menschen in Veränderungsprozessen?
Die Schlüsselmomente können auch in der professionellen Arbeit eine wertvolle zusätzliche Perspektive eröffnen.
Entdecke, wie du die Schlüsselmomente in deine eigene Arbeit integrieren kannst.